Ein neues Leben für Katze Tina

Misshandelte "Paketkatze" nach Monaten in Pflegestelle vermittelt

Pfaffenhofen (PK) Sie hat ein grausames Martyrium hinter sich: Nur eine der beiden Katzen, die Anfang November als Pakete verschnürt in einem Auto gefunden wurden, überlebte.

Tina hat nun ein neues Leben in einer Pflegestelle begonnen und sogar wieder Vertrauen zu Menschen gefasst. Ihr Weg dahin war nicht leicht.

 

Pfaffenhofener Polizeibeamte hatten die beiden Katzen während einer Verkehrskontrolle bei Geisenhausen auf der Rückbank eines 72-jährigen Fahrers aus Norddeutschland gefunden - sie waren wie Pakete zusammengeschnürt. Die Schnüre waren wohl schon Monate oder sogar Jahre um Hals, Brust und Hinterleib gewickelt und eingewachsen. Tina musste nach der Befreiung rund um den Hals genäht werden, dort hatte sie eine offene Wunde. Außerdem wurden Stauungen oder Geschwüre im Bauchbereich festgestellt. "Sie sah erbärmlich aus, sie machte uns am meisten Sorgen", sagt Lydia Schübel von der Tierherberge Pfaffenhofen. Am Ende starb allerdings unerwartet Tinas Leidensgefährtin an einer Krankheit, wegen der sie nicht mehr fressen konnte. Sie musste eingeschläfert werden.

Tina kämpfte weiter, lebte mehrere Monate in Quarantäne, wo die Tierschützer sie beobachteten, so Schübel. Während dieser Zeit habe die anfangs völlig verstörte Katze langsam wieder Vertrauen zu Menschen gefasst. Mitte Januar konnte sie endlich an eine Pflegestelle vermittelt werden. "Als die Pflegerin kam, um sie abzuholen, sprang sie sofort in den Korb", berichtet Schübel. Tina habe sogar schon mit ihrer Pflegefrau geschmust. Die vergangenen Tage erhielten die Tierschützer außerdem ein Video, das sie sehr freute: "Erstmals hat Tina mit ihrer Pflegefrau gespielt", so Schübel. Medikamente wird die Katze wohl dennoch den Rest ihres Lebens bekommen müssen. Deshalb suchen die Tierschützer auch noch Paten, die sich finanziell beteiligen wollen.

 

Der frühere Besitzer der beiden versteht offenbar bis heute nicht, was er Tina und ihrer Gefährtin angetan hat: "Das Traurige ist: Er ruft immer bei uns an und fragt nach ihr - er sagt, er habe sie nur beschützen wollen."

Tina darf nun bis an ihr Lebensende bei ihrer Pflegefrau bleiben. Wer gern eine Patenschaft für die Katze übernehmen will, kann sich unter der Telefonnummer (08441) 4 902 44 beim Tierschutzverein Pfaffenhofen melden.

 

Von Desiree Brenner
vom 30.01.2018

 

(Dieses Thema wurde auch in der Bild, AZ-Bayern und Rosenheimer Zeitung abgedruckt)


Schwer misshandelte Katze stirbt an Folgeschäden

Die am 18. Januar in die Tierherberge Pfaffenhofen, mit alten Knochenbrüche der Hinterbeine und einer Luftgewehrpatrone im Körper, eingelieferte Katze ist nach 10 Tagen intensivster Pflege an den Folgeschäden der Tierquälerei gestorben.

Am 18.01.18 traf in der Tierherberge Pfaffenhofen und Umgebung die Meldung einer nicht gekennzeichneten Fundkatze mit offensichtlich erheblichen Bewegungseinschränkungen der Hinterläufe ein. Das dehydrierte und hochgradig unterernährte Tier wurde vom Finder direkt in die mit der Tierherberge zusammenarbeitende Kleintierpraxis Pfaffenhofen gebracht. Zur Stabilisierung wurde die geschwächte Katze umgehend an einen Tropf gehängt.

 

Bei den anschließenden Röntgenuntersuchungen zeigten sich nicht nur ein alter Oberschenkelbruch, sowie ein Oberschenkelhalsbruch am anderen Bein, sondern auch ein noch in ihr steckendes Luftgewehrprojektil. Offensichtlich ist auf die Katze geschossen worden. Zusätzlich lag die Vermutung nahe, dass ihr auch die Brüche absichtlich zugefügt wurden. Die für die erforderlichen Operationen notwendigen Blutuntersuchungen konnten aufgrund des schlechten Allgemeinzustandes vorerst nicht durchgeführt werden.

Damit dieser schnellstmöglich verbessert wird, wurde die Katze an die Tierherberge Pfaffenhofen übergeben. Dort wurde sie in der Quarantäne weitergehend medizinisch versorgt und liebevoll gepflegt. Nachdem der Zustand der Katze sich erst deutlich verbessert hatte und sie gierig Nahrung zu sich nahm, erbrach sie sich am Morgen des 29.01.18 mehrfach und schrie trotz Schmerzmitteln.

Sie wurde von der Tierherberge umgehend zum Tierarzt gebracht. Dort verstarb sie trotz aller Bemühungen des Tierschutzvereins und der Kleintierpraxis an einem Organversagen. Bisher sind leider noch keinerlei Hinweise auf den Tierquäler eingegangen.

Da hier offensichtlich ein massiver Fall von Tierquälerei vorliegt, der dem Tierschutzgesetz §1 „Niemand darf einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen“ widerspricht, wurde vom Tierschutzverein Pfaffenhofen und Umgebung eine Anzeige gegen Unbekannt erstattet.

 

Wegen der hierbei eher geringen Erfolgsaussichten den Täter zu ermitteln, erwägt der Tierschutzverein sich mit den Gemeinden bezüglich einer allgemeinen Kennzeichnungspflicht für Katzenauszutauschen. Gesetzlich ist eine solche Kennzeichnungspflicht in Deutschland leider noch nicht verankert. Es obliegt den Gemeinden jedoch selbst, eine solche Regelung für ihren Zuständigkeitsbereich einzuführen.

 

Tierschutzverein Pfaffenhofen
vom 30.01.18 
(auch im Pfaffenhofener Kurier)

 

(Dieses Thema wurde auch im Pfaffenhofener Kurier, Pfaffenhofen Today und im Hit Radio behandelt)